DGPT

Stellungnahme der DGPT zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss zur psychotherapeutischen Bedarfsplanung

DGPT

Am 17. April 2014 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Kostenträger und Leistungserbringer im Gesundheitswesen den Beschluss gefasst, dass psychiatrische Institutsambulanzen (PIA) nach § 118 SGB V mit einem Faktor von 0,5 auf die Bedarfsplanungsgruppe der Psychotherapeuten anzurechnen sind.

Kritiker dieser Entscheidung erwarten eine Verschlechterung der Versorgung

Hintergrund dieser Entscheidung ist die seit langem beklagte Versorgungssituation der Bevölkerung mit ambulanter Psychotherapie. Lange Wartezeiten aufgrund einer hohen Nachfrage an ambulanten, psychotherapeutischen Leistungen rücken die bisherige Bedarfsplanung immer stärker in den Fokus der Kritik. Die bisherige Planung konnte an einem Missverhältnis zwischen dem Bedarf an qualifizierter, psychotherapeutischer Behandlung einerseits, und dem Versorgungsangebot andererseits nichts ändern.

Kritiker des seitens des G-BA gefassten Beschlusses befürchten, dass die psychiatrischen Institutsambulanzen, die jetzt in die Bedarfsplanung einbezogen werden sollen, keine vergleichbaren Leistungen anbieten können, wie sie durch niedergelassene Psychotherapeuten vorgehalten werden. Das betreffe sowohl die zeitlichen Möglichkeiten, die eine Institutsambulanz biete, als auch das Spektrum an Versorgungsleistungen, das angeboten werden könne.

Verschiebung der ambulanten Versorgung von nachhaltig wirksamer Behandlung zur Krisenhilfe

Längerfristige, für einen nachhaltigen Behandlungserfolg notwendige, psychotherapeutische Behandlungsprozesse seien unter den strukturellen Voraussetzungen, die psychiatrische Ambulanzen böten, kaum zu erwarten. Das verschiebe das ambulante Versorgungsangebot immer mehr in Richtung kurzfristiger Kriseninterventionen und auf die symptomatische Behandlung ausgerichteter Hilfen.

Durch die Anrechnung, die jetzt durch den G-BA geplant ist, würde so aus einer sinnvollen Ergänzung durch kurzfristige Hilfen eine Umgestaltung der psychotherapeutischen Landschaft, die den Bedürfnissen einer langfristig wirksamen Linderung oder Heilung psychischer Störungen nicht mehr gerecht werden könne.

Die DGPT spricht sich dafür aus, dass dieser Beschluss revidiert wird.

Dazu erklärt die Vorsitzende der DGPT, Frau Dipl.-Psych. Susanne Walz-Pawlita:

"Wir erwarten durch den Beschluss und die damit zu einhergehenden, absehbaren verringerten Niederlassungsmöglichkeiten für ambulant arbeitende ärztliche und psychologische Psychotherapeuten eher eine Verschlechterung der bisher schon schwierigen Wartezeitensituation."

Näheres können Sie einer aktuellen Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT) entnehmen.

DGPT: Mitteilungen.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.