hidden freud ausstellung wien

Mit dem Smartphone Freud entdecken

Hidden Freud - Ausstellung in Wien

© Multiart

Seit seiner Eröffnung vor 43 Jahren ist das Sigmund-Freud-Museum in Wien zu einer der touristischen Attraktionen der Stadt geworden, in der Freud 78 Jahre seines Lebens verbrachte. Es befindet sich in der Berggasse 19.

Hier bezieht 1891 der damals 35jährige Arzt Wohnung und Praxis. Hier wird er in den folgenden 47 Jahren wesentliche Teile seines Werkes verfassen, als Arzt und Wissenschaftler arbeiten, und diese Wirkungsstätte erst 1938 verlassen - vertrieben von den im gleichen Jahr nach Österreich einmarschierten Nationalsozialisten, und kurz nach einem ersten Verhör seiner Tochter Anna durch die Gestapo.

Jetzt ist die Berggasse der Ausgangspunkt einer aussergewöhnlichen Ausstellung zu Sigmund Freud und eines innovativen Zugangs zur Psychoanalyse:

Hidden Freud - Die digitale Seele

Anlässlich des 75. Todesjahres Sigmund Freuds initiiert das Sigmund-Freud-Museum eine Ausstellung im öffentlichen Raum: "Hidden Freud". Plakate und Werbeflächen - verteilt auf 15 Stationen der Stadt, tragen digital verfremdete Portraits und Szenen aus dem Wiener Alltag des Begründers der Psychoanalyse.

Wie lange müssen wir nun warten, bis auch die Anderen Pazifisten werden?

Markante Zitate Freuds verweisen auf zentrale Aussagen seines wissenschaftlichen Werkes, aber auch auf zeitkritische und biografische Gedanken. Sie machen neugierig auf den Menschen Freud, aber auch auf sein Lebenswerk, die Psychoanalyse.

Triebhafte Leidenschaften sind stärker als vernünftige Interessen.

"Mit QR-Code in Freuds Welt"

hidden freud ausstellung wienJedes Plakat trägt einen sogenannten QR-Code. QR - das steht für Quick Response. Wer mit seinem Smartphone oder Tablet diesen QR-Code scannt, gelangt zu tiefergehenden Informationen über die Bedeutung des Standorts. Jede dieser Stationen steht jedoch auch für ein Schwerpunkt-Thema, über das der Besucher jetzt Näheres erfährt.

15 Stationen dieser "Wanderausstellung" bieten so dem Besucher einen digitalen Zugang zu Freuds Schriften, aber auch zu seiner Lebensgeschichte. Sie erschließen dem Besucher die große Bandbreite seines Lebens und Wirkens.

Psychoanalyse kontroversiell

Den besonderen Reiz dieser Konzeption macht dabei die Gegenüberstellung von Freuds Schaffen mit kontroversen Positionen zeitgenössischer Schriftsteller, Wissenschaftler und Philosophen aus.

Assoziative Beispiele der bildenden Kunst ergänzen das Bild der "Wissenschaft vom Unbewussten". Sie zeigen Werke, auf die Freud Bezug nahm - von Michelangelos Moses über Shakespeares Dramen bis zu den Romanfiguren Dostojewskis, aber auch zeitgenössische Kunst.

Dabei spielen die Initiatoren dieser digitalen Ausstellung mit assoziativen Verknüpfungen, die das Potential des Mediums ausschöpfen. Die Konzeption selbst vermittelt eine spielerische Aussage zum Thema "Digitalisierung", indem sie die Verbindung von Virtualität und Realität aufgreift. So ist die Wanderausstellung vom 13.08. bis 30.09.2014 in Wien "analog" mittels der Plakate und Säulen präsent. Die "virtuelle" Ausstellung wird jedoch ihren ganz eigenen Verlauf nehmen.

Die über QR-Codes direkt erreichbare Internet-Seite "hiddenfreud.at" stellt alle Hintergrund-Informationen zum Download bereit, so dass der Smartphone-Nutzer - aber auch jeder andere, virtuelle Besucher der Ausstellung, sie archivieren und damit weit über die Ausstellungszeit selbst hinaus bewahren kann.

Selbst die Plakate kann jeder Besucher dieser Internet-Seite auf seinen Computer laden, ausdrucken, über soziale Netzwerke mit seinen Internet-Kontakten teilen...

Zum Vergrößern bitte auf die Säulenbilder klicken. Bildrechte © Multiart. Mit freundlicher Genehmigung des Sigmund-Freud Museums, Wien.

Eine virtuelle Wanderung durch das "Wien Sigmund Freuds" und Assoziationen der Bildenden Kunst

Wer nicht die Möglichkeit hat, sich diese Ausstellung in Wien selbst zu erwandern, kann sie über den heimischen Computer besuchen und damit zumindest den digitalen Teil dieser faszinierenden Sammlung erkunden.

Die Internet-Seite der Ausstellung gewährt Zugang

  • zu allen schriftlichen Informationen zur Psychoanalyse
  • zu Fotografien Freuds und seiner Zeitgenossen, die die Ausstellung präsentiert, und
  • zu den visuellen Zitaten der Bildenden Kunst - vom Freud-Portrait Armin Müller-Stahls und den Übermalungen Arnulf Rainers über Gemälde von Paul Klee, Sigmar Polke und Rene Magritte bis zu einer Fotografie Man Rays.

Wer sich zudem für das Wien Sigmund Freuds interessiert, kann mit Hilfe digitaler Karten visuell durch die einzelnen Standorte der Säulenbilder navigieren. Der "Mediaroom" der Internet-Seite stellt eine Übersichtskarte der Standorte zur Verfügung.

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